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Sardische und rumänische Hirten, ladinische Bauern: Ein Plädoyer für eine Vollromanistik
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Sardische und rumänische Hirten, ladinische Bauern: Ein Plädoyer für eine Vollromanistik

S Thiele and Ruth Videsott
Ladin – Ladins – Ladinia: Publicazion en onour de Lois Craffonara per si 85 agn = Festschrift für Lois Craffonara zum 85. Geburtstag = Miscellanea in onore di Lois Craffonara per il suo 85° compleanno, Vol.7, pp.237-260
Scripta Ladina Brixinensia, 7, Bozen-Bolzano University Press
2025
Handle:
https://hdl.handle.net/10863/52107

Abstract

Der folgende Beitrag plädiert für eine erweiterte Romanistik, die neben den – mit Blick auf ihre Sprecherzahlen – „großen“ romanischen Sprachen das weniger verbreitete Rumänische sowie Minderheitensprachen wie das Dolomitenladinische – insbesondere das Gadertalische – und das Sardische einbezieht. Diese Sprachen unterscheiden sich stark in ihren grammatischen und lexikalischen Strukturen, teilen jedoch zentrale Gemeinsamkeiten v.a. in ländlich-bäuerlichen Kontexten, etwa in der Viehzucht. Anhand ausgewählter Wortschatzfelder und Grammatikstrukturen wird die sprachliche Tiefe dieser Idiome in Hinblick auf ihren Erwerb demonstriert. Neben linguistischen Aspekten werden didaktische und soziolinguistische Fragen zur Mehrsprachigkeit, Sprachvermittlung und Sichtbarkeit der Sprachen im öffentlichen Raum exemplarisch diskutiert. Der Beitrag versteht sich als Appell an die Romanistik, abseits des sprachlichen Mainstreams bzw. etablierter Kultursprachen auch kleinere, autochthone Sprachen Europas zu erforschen und zu lehren – ganz im Sinne Heinrich Lausbergs.
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