Abstract
Graphic Novels erzählen Geschichten in einem Zusammenspiel von Bild und Text und wenden sich auch an ältere (Grundschul-)Kinder. Wie diese das komplexe Bild-Textangebot wahrnehmen, wie sie es lesen und verstehen, bleibt im Unterrichtsalltag zu einem großen Teil verborgen. Lesetagebücher bieten Kindern die Möglichkeit, ihre Eindrücke wiederum in Schrift und Bild auszudrücken, sie also sprachlich und visuell zu strukturieren und sie zu literar-ästhetischen Produkten bzw. Erfahrungen werden zu lassen. Neben dem Raum für eine individuelle, interessensgeleitete Aneignung von grafisch erzählender Literatur (für die Schülerinnen und Schüler) geben sie (den Lehrenden) Einblick in kindliche Transformationsprozesse zwischen Bildern und Sprache. In diesem Beitrag sollen Rezeptionsspuren von Graphic Novels in Lesetagebüchern rekonstruiert werden.