Abstract
Nach dem erfolgreichen Einsatz des LIOS I in den italienischen Kindergärten wurde in Anlehnung an den Beobachtungbogen Teacher Input Observation Scheme TIOS (Kersten 2018; 2021) der Beobachtungsbogen LIOS II (Language Input Observation Scheme II) für die inklusive und mehrsprachige Schule in Südtirol entwickelt. Da der Beobachtungsbogen LIOS II auch für die kollegiale Hospitation an Südtiroler Schulen vorgesehen ist, wurde der TIOS (4 Oberkategorien und 41 Items) für diese Aufgabe grundlegend überarbeitet. Dies begann mit einer radikalen Kürzung, da es im Rahmen einer kollegialen Hospitation kaum möglich wäre, 41 Items differenziert wahrzunehmen. Im Rahmen eines 3rd-Mission-Projekts an der Grundschule Blumau wurde der überarbeitete Beobachtungsbogen LIOS II erstmals eingesetzt und im Rahmen einer Fokus Group mit den Lehrkräften der Grundschule Blumau überarbeitet. Auch für den LIOS II wurden neben dem Beobachtungsbogen ein Referenzrahmen und eine Checkliste entwickelt. Der Referenzrahmen wurde in Anlehnung an die Kann-Beschreibungen des GERS positiv formuliert. Wie sich bereits beim LIOS I zeigte, erleichtert die Verschriftlichung der Bewertungskategorien die Punktevergabe bei der kollegialen Beobachtung. Ziel war es, die Kommunikation zwischen den teilnehmenden Lehrpersonen zu optimieren, da für viele von ihnen eine offene Diskussion über die Qualität des Inputs in den Unterrichtsabläufen Neuland darstellte.