Abstract
Die „notorische Diskrepanz“ von Regel und Praxis bzw. Norm und Habitus
(Bohnsack 2020, 66 und 88), erscheint im Feld der Frühpädagogik besonders
komplex – zum einen aufgrund des Mandats, das den Kitas als Einrichtungen
der Bildung, Erziehung und Betreuung übertragen wird, zum anderen aufgrund
der Mehrdimensionalität konjunktiver Erfahrungsräume, die in der Praxis von
Kindertageseinrichtungen in ihrer Überlagerung beobachtet werden können. Die
damit verbundene Herausforderung der Sicherung einer konstituierenden Rahmung
muss von den verschiedenen Akteursgruppen, die zudem über ungleiche
Möglichkeiten verfügen, ihre Rahmungen einzubringen, geleistet werden. In einer
analytischen Zusammenschau illustriert der Beitrag verschiedene Wege empirischer
Konturierung und analytischer und theoretischer Konzeptionierung einer professionalisierten
bzw. sich professionalisierenden frühpädagogischen Praxis, deren Reflexivität
zentral im praktischen Handeln und den damit verbundenen Erfahrungen der
frühpädagogischen Fachkräfte fundiert ist. Aufgezeigt wird, inwieweit praktische
Reflexionen und Erfahrungsreflexionen auf Ebene der frühpädagogischen Praxis
Konsistenz und Transparenz insoweit abzusichern vermögen, dass von ‚professionellem‘
Handeln gesprochen werden kann.