Abstract
Das sprachwissenschaftliche Interesse an Sprache in der Politik wurde in der Vergangenheit immer wieder durch äußere Anlässe angefacht. Für die bundesdeutsche Politolinguistik (Burkhardt 1996) konnte Burkhardt (2003) fünf Phasen identifizieren, die sich an historisch bedeutsamen Ereignissen orientieren: das Ende des Zweiten Weltkriegs, der Kalte Krieg, die Revolten der 68er-Generation, die Rüstungsdiskussion in den 80er-Jahren und seit den 90er-Jahren die Sprache des wiedervereinigten Deutschlands, Migrationsdiskurse und die Sprache des politischen Skandals. Der vorliegende Beitrag versucht in einem ersten Schritt, historische Anlassfälle zu definieren, durch die die sprachwissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache in der Politik in Österreich angeheizt wurde; in einem zweiten Schritt sollen jene Ansätze und Forschungsgruppen kurz umrissen werden, die im Zuge der zuvor definierten Phasen eine Vorreiterrolle in Hinblick auf die Untersuchung von Sprache und Politik in Österreich einnehmen.