Abstract
Obwohl die Bedeutung von Außenspielräumen, freiem Spiel und Bewegung bekannt ist und die Pädagogik der Vielfalt verwirklicht werden kann, gehen die Prozesse einer Neu- oder Umgestaltung von Kita-Außengeländen oft andere Wege. Häufig stehen zur Entscheidungsfindung nur Kataloge und ein eng bemessener Zeitrahmen zur Verfügung. Die Gestaltungen finden fortwährend ohne echte Beteiligung der Akteure und ohne die Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse statt. Das Resultat ist dann die Reproduktion bekannter Räume, die "fertig" gestaltet sind und kaum neue Handlungsperspektiven eröffnen. Planer und Behördenvertreter gehen i.d.R. von einem absoluten Raum aus. Die Möglichkeit, einen Raum und seine Ausstattung im Tun zu entwickeln, fordert dagegen ein relationales Raumkonzept. Die folgende Studie basiert auf einem relationalen Raumkonzept und geht von der wahrnehmungstheoretischen Perspektive der ökologischen Psychologie aus. Die Methode des Fotointerviews eröffnet die Möglichkeit, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Kinder bezüglich des Spiels und der Spiel-räume zu identifizieren und zu verbalisieren. Welche Bedeutungen ordnen die Kinder bestimmtem Spielorten und Spielgeräten zu? Welche Fotos deuten auf eine anregungsreiche oder eine abstoßende Spielumgebung hin? Die vorliegende Forschungsarbeit soll anhand des Fotointerviews und entsprechender Ergebnisse Wege aufzeigen, die in der Gestaltung von Kita-Außenspielräumen näher an den Akteuren, der Bewegung und dem Spiel dieser sind. Unter Berücksichtigung des relationalen Raumkonzepts werden Spielräume mit Hilfe des partizipativen Verfahrens der Fotointerviews im Tun entdeckt.