Abstract
Der gesellschaftliche Wandel führt mit sich, dass auch klassische Identitätsmerkmale von Minderheitenangehörige mehr denn je hinterfragt werden müssen. Von politischen Identitäten wie Völker, Staaten, Nationen oder Ethnien, die einen kollektiven Charakter haben, unterscheiden sich individuelle Identitätskonstrukte von Mehrheits- und Minderheitenangehörigen, die besonders in der sprachlich-kulturellen Vielfalt zum Ausdruck kommen. Die Nationalstaatsbildung als übergeordnete Identifikationsreferenz hat ab dem 19. Jahrhundert sowohl das Verhältnis der individuellen Zugehörigkeit zu einem Staat als auch die Identitätskonstruktion von Minderheitenangehörigen entscheidend geprägt.