Abstract
In den letzten Jahrzehnten führte die Digitalisierung zu erheblichen Veränderungen in der Wirtschaft, den Arbeitsbedingungen, der Gesellschaft und der Bildung (Curran, 2018). Demzufolge stieg das Interesse von Wissenschaftlern, Unternehmern und politischen Entscheidungsträgern an diesem Phänomen.
Da die Bedeutung der digitalen Transformation immer weiter in den Vordergrund rückt, haben die AkademikerInnen vermehrt Anstrengungen unternommen, die Grenzen dieser Transformation zu gestalten und ihre Herausforderungen, Risiken und Chancen zu beleuchten (e.g. Alcacer et al., 2016, Farrington and Alizadeh, 2017; Frishammar et al., 2018). Die Literatur zur Digitalisierung hat sich jedoch seltener mit der Entwicklung der Digitalisierung in verschiedenen Kontexten beschäftigt. Typischerweise sind unternehmerische Ökosysteme und regionale Innovationssysteme bei der Entwicklung ihrer digitalen Strategien mit spezifischen Umweltbedingungen konfrontiert. Um moderne unternehmerische Ökosysteme und regionale Innovationssysteme zu verstehen, ist es daher wichtig zu erkennen, wie die Digitalisierung die Wertschöpfung, in solchen Kontexten gestaltet (Nambisan, et al. , 2017; Yoo et al., 2012).
Darüber hinaus befassen sich die meisten der vorliegenden Studien mit Clustern oder Regionen, die als führend in der Digitalisierung gelten (z.B. das Silicon Valley). Wie auch in der F&E und Innovation (Foray et al., 2009) kann es mehrere zu betrachtende Alternativen zu Digitalisierungssystemen geben. Während sich einige dieser Systeme auf die Entwicklung zukünftiger Mehrzwecktechnologien für die vierte industrielle Revolution spezialisieren können, werden andere Qualitäts- und Produktivitätsprobleme in der Wirtschaft lösen. Daher steht jede Region vor spezifischen Herausforderungen, um die operative Effizienz und die Produktqualität zu verbessern. Dies benötigt Forschung und Entwicklung, Fähigkeiten und Innovation. Ortsbezogen müssen geeignete Strategien entwickelt werden, um den idiosynkratischen Herausforderungen der Digitalisierung gemäß der jeweiligen "regionalen Wissensdomäne" zu begegnen (Cooke, 2001). Angenommen, die Einführung der Digitalisierung unterscheidet sich zwischen den europäischen Regionen erheblich, so verdienen die moderat innovativen Regionen Europas, die zur Diversifizierung des "industriellen Wissensvorkommens" beitragen, spezielle Aufmerksamkeit. Hierzu bedarf es mehrstufiger ortsbezogener Maßnahmen, um die idiosynkratischen Trends der Digitalisierung anzugehen (z.B. Coenen et al., 2017; Schmidt et al., 2018).
Ziel dieses Artikels ist es, relevante Zukunftsstrategien zu Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in einer moderat innovativen europäischen Makroregion (Tirol, Südtirol und Venetien) zu identifizieren und den Politikern und Entscheidungsträgern Empfehlungen zu geben, wie sie den digitalen Wandel ortsspezifisch meistern können.
Der Artikel ist wie folgt aufgebaut. Abschnitt 2 gibt einen Überblick über die Literatur zur Digitalisierung und hebt ortsbezogene Strategien zur Bewältigung der idiosynkratischen Herausforderungen hervor. Abschnitt 3 stellt den Forschungsrahmen vor. Abschnitt 4 behandelt die Methodik. Abschnitt 5 fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert sie. Abschnitt 6 beinhaltet abschließende Bemerkungen.