Abstract
Der Beitrag untersucht Räume, Kontexte und Erfahrungen des Lernens von Kindern in der Ganztagsgrundschule und stellt dabei die Kinderperspektiven ins Zentrum. Ausgangspunkt ist der anstehende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026/27 und die damit verbundenen politischen, gesellschaftlichen und pädagogischen Herausforderungen. Die Ergebnisse beruhen auf zwei empirischen Studien, die mit qualitativen, multimethodischen Verfahren durchgeführt wurden und Einblicke in die Sichtweisen von Grundschulkindern auf Schule, Beziehungen, Räume und Lernen geben. Theoretisch wird Lernen in Anlehnung an Hartmut Rosas Resonanztheorie sowie raumtheoretische Ansätze als komplexes Beziehungs- und Interaktionsgeschehen verstanden. Daraus wird das Modell des Resonanzvierecks entwickelt, das die Dimensionen Pädagog:innen, Peers, Lerngegenstand sowie Raum/Material/Zeit miteinander verbindet. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Kinder sich vor allem dort wohlfühlen und auf das Lernen in all seinen Facetten konzentrieren können, wo Resonanz und Partizipation möglich sind, wo räumlich-materiale und zeitliche Bedingungen vielfältige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten eröffnen und wo ihre Stimmen ernst genommen werden. Damit liefert der Beitrag wichtige Impulse für eine kindorientierte und partizipative Schulentwicklung.