Abstract
Die Informations- und Kommunikations-Technologien (ICTs) gelten als die spezifische Schlüsseltechnologie für den Übergang in die viel diskutierte „knowledge-based economy and society“. Wissenschaftliche, kulturelle und genuin soziale Quellen von Wissen und Verstehen werden demgegenüber gern vernachlässigt, obwohl sie von einer nicht minder großen Bedeutung sind. Dies hat Tradition, insofern als sozio-ökonomische Zielsetzungen oftmals in erster Linie durch technische Innovationen zu erreichen gesucht werden – so auch im „Information-Society-Technology“-Programm der Europäischen Kommission.
Ihnen wird die Fähigkeit zugeschrieben wirtschaftliches Wachstum vom Umweltverbrauch entkoppeln zu können, neue Arbeitsplätze schaffen zu können, oder auch einen Beitrag dazu zu leisten, dass – im europäischen wie im globalen Maßstab – die Schere zwischen reich und arm wieder geschlossen werden kann. In diesem Sinne sind ICTs das Kernelement der Hoffnung auf eine technologiegetriebene Transformation der europäischen Volkswirtschaft(en) in Richtung auf fortgeschrittenere, d. h. produktivere, sauberere und gerechtere Produktions- und Konsumtions-Verhältnisse. Unabhängig davon, ob man diesen Optimismus so teilen mag und kann, fest steht, dass sich diese wünschenswerten Ziele keineswegs „von allein“ verwirklichen.