Abstract
Bewegungen sind als körperlich-leibliche Tätigkeit auch dadurch gekennzeichnet, dass sie von einer kognitiven Aktivität begleitet sind. Der Sportunterricht bietet somit ein ideales Lernfeld, um im Zuge der Entwicklung von bewegungs- und sportbezogene Kompetenzen auch sportliche Leistungen zu interpretieren und den Zusammenhang zwischen eigenen Kompetenzen und Bereitschaften zu erkennen. In diesem Kontext ist allerdings unklar, wie motorische Kompetenzen mit deren Selbsteinschätzung und der Anstrengungsbereitschaft von Schulkindern im Sportunterricht zusammenhängen. Um dies zu bearbeiten wurden N = 252 Schulkindern (M = 11.9 Jahre, SD = 0.7, 48 % weiblich) der 5. und 6. Schulstufe gebeten, ihre motorischen Basiskompetenzen einzuschätzen sowie eine Auskunft über ihre fachspezifische Anstrengungsbereitschaft zu geben. Zudem wurden die Schulkinder in den motorischen Basiskompetenzen mit dem MOBAK-5-6-Testinstrument (Herrmann & Seelig, 2017) getestet. Dabei zeigte sich, dass die Selbsteinschätzung den Zusammenhang zwischen der motorischen Basiskompetenz und der Anstrengungsbereitschaft in den Kompetenzbereichen Etwas-Bewegen und Sich-Bewegen mediiert. Dies verweist darauf, dass sich Schulkinder im Sportunterricht weniger aufgrund ihrer motorischen Performanz anstrengen als vielmehr aufgrund selbstbezogener Attributionen. Damit unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Kognitionen im Sportunterricht im Sinne von kognitiven Bewertungsprozessen und machen die Interpretationsfähigkeit der Schulkindern zum sportpädagogischen Thema.