Abstract
Die Coronapandemie hat das brennende Thema der Klimapolitik in den Hintergrund der öffentlichen Aufmerksamkeit gestellt, mehr noch die unmittelbar existenzielle Bedrohung durch den aktuellen Ukrainekrieg, der die internationalen Abhängigkeiten, z.B. durch explodierende Preise für Nahrungsmittel und Energie, schmerzhaft spüren lässt. Die Klimakrise ist und bleibt jedoch eine der mächtigsten Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht. Um sie zu bewältigen, braucht es nicht nur ein Wende in der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien, sondern einen tiefgreifenden Wandel in praktisch allen Lebensbereichen, insbesondere einen Abschied vom quantitativen Wirtschaftswachstum, welches lange mit einem Zuwachs an Wohlstand für alle gleichgesetzt wurde. Es wird nicht damit getan sein, Gebäudeheizungen und Mobilität auf elektrischen Strom umzurüsten, sondern es gilt, unser ganzes Leben weniger energieintensiv und ressourcenverschwendend zu organisieren und neue Vorstellungen von einem guten Leben für alle zu entwickeln. Es wird auch darum gehen, neue Formen der Solidarität, lokal und global aus der Erkenntnis der globalen Abhängigkeiten zu realisieren.