Abstract
From its origins onwards interference research is prominently linked to a structuralistic, behaviouristic paradigm, thereby a direct connection between the description of certain phenomena and learning itself is assumed or presupposed. Due to Chomsky’s general critique behaviouristic learning theories as well as interference research were “overcome”, since language acquisition appeared to be a result of an in-born ability, which in turn effects L1 and L2 acquisition, and therefore influences from L1 to L2 were interpreted as of little or no importance. As a consequence a separating became obvious between the following research fields: interference research on the one hand (with its new methodical orientation due to a language-pair-specific database, among others Putzer 1984, 1994); cognitive second language acquisition on the other hand (Krashen 1981); language acquisition research, which focused mainly on undirected language acquisition and lead to the theory model of the interim- and learner language; and finally Lapse research based on cognitive and structuralistic points of view (Jakobson 1941, Fromkim 1971, Bierwisch 2001, Wiese 1997/98). From the perspective of language didatics (L1 and L2) relations connecting these separated areas of study seem possible, which puts error-analysis on a new basis and no longer views interference as the basic model to an “error proneness” of the language user corresponding to his language competence. The learner shows then a significant tendency towards single words and smallest text units. This can also be seen in isolated (deficient) translating. The results from this study point towards a didactic aim, which puts special emphasis on the text and its determining factors while learning and speaking a language. Abstract Deutsch: Die Interferenzforschung ist seit ihren Ursprüngen stark an ein strukturalistisches behavioristisches Paradigma gebunden, wobei zwischen dem Beschreiben der Phänomene und dem Lernen ein direkter Zusammenhang hergestellt oder vorausgesetzt wird. Mit dem Generalangriff von Chomsky wurde zusammen mit der behavioristischen Lerntheorie auch die Interferenzforschung „überwunden“, da der Spracherwerb nun auf Grund einer angeborenen Befähigung erschien, der beim L1 auf L2 Erwerb in gleicher Weise wirksam ist und Einflüsse von L1 auf L2 deshalb einen gering(er)en Stellenwert erhielten. In der Folge zeichnet sich eine Trennung ab zwischen den Bereichen: Interferenzforschung (mit einer methodischen Neuorientierung aufgrund einer sprachenpaarspezifischen Datenbasis u. a. Putzer 1984, 1994); kognitive Zweitsprachenerwerbstheorie (Krashen 1981); Spracherwerbsforschung die primär dem ungesteuerten Spracherwerb gewidmet war und zum Theoriemodell der Interims- und Lernersprache geführt hat; Lapsusforschung unter kognitiven und strukturalistischen Gesichtspunkten (Jakobson 1941, Fromkin 1971, Bierwisch 2001, Wiese 1997/98). Unter dem Gesichtspunkt der Sprachdidaktik (L1 und L2) scheinen Verbindungslinien zwischen diesen getrennten Bereichen möglich, die der Fehleranalyse eine neue Grundlage geben und die in der Interferenz nicht mehr die Grundform der Normabweichung sieht. Erste Untersuchungen an einem Südtiroler Korpus lassen eine „Fehlerdisponibilität“ des Sprachbenutzers bei Schwachstellen der Sprachkompetenz erkennen. Die Lernenden zeigen in diesen Momenten eine auffällige Zielrichtung auf Einzelwörter und kleinste Textabschnitte, die auch im punktuellen (fehlerhaften) Übersetzen zum Ausdruck kommt. Dieser Befund legt eine didaktische Zielsetzung nahe, die verstärkt beim Lernen und Sprechen den Text und die ihn bestimmenden Faktoren in den Vordergrund rückt.