Abstract
Im den Band abschließenden Beitrag von Andreas Metzner-Szigeth geht es um Antworten auf die Frage How to Analyse Techno-medial Transformations of Culture and Society? Zunächst legt der Autor die Absicht dar, den Charakter des Netzmediums anhand seiner Funktion als Katalysator gesellschaftlicher Transformationen zu bestimmen. Sodann werden, deskriptiven und emanzipativen Erkenntnisinteressen folgend, Leitfragen eingeführt, um die Einflüsse des Netzmediums auf gesellschaftliche Transformationsprozesse zu erschließen. Im weiteren geht es darum, wie technisch-medial vermittelte Komponenten der Wahrnehmung, der Kommunikation und des Handelns wechselwirken und wie ihre Konvergenz ein charakteristisches Entwicklungsmuster erzeugt. Auf dieser Grundlage wird eine grundlegende These zur Strukturierung interdependenter gesellschaftlicher Transformationen in Verbindung mit der Evolution des Netzmediums entworfen, wobei Rekonfigurationen im Verhältnis von Raum und Zeit sowie Virtualität und Realität hervorgehoben werden. im Folgenden werden vier empirische Forschungsfelder bestimmt: Identität und Gemeinschaft, Wissen und Wirtschaften, Privatheit und Öffentlichkeit sowie (Un-)Sicherheit und Vertrauen. Schließlich wird ein analytisches Modell zur Bearbeitung der Zusammenhänge von Medien, Technologie und Gesellschaft eingeführt, um empirische und theoretische Aufgaben miteinander verbinden zu können. Abschließend wird die Frage wieder aufgegriffen, die eingangs gestellt wurde: Reicht es aus, den Charakter des Netzmediums hinsichtlich seiner Funktion zu bestimmen, als Katalysator gesellschaftlicher Veränderungen zu fungieren? Oder braucht es eine erweiterte Idee gesellschaftlicher Koevolution, um hinreichen Antworten zu entwickeln?