Abstract
Die Grundschule als erste Schule vermittelt global grundlegende Kompetenzen, Werte und Lernhaltungen. Daher kommt ihr international eine Schlüsselrolle für die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit zu. Sie kann einen entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung und zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten leisten. Die Analyse verschiedener Grundschulsysteme eröffnet die Möglichkeit, unterschiedliche historische, gesellschaftliche und bildungspo- litische Entwicklungen im internationalen Kontext sichtbar zu machen. Dieser Beitrag widmet sich der Frage nach der Bildungsgerechtigkeit und untersucht exemplarisch vier Länder aus vier Kontinenten – China, Ruanda, Italien und Kolumbien –, die bei unterschiedlichen Ausgangslagen vor der Herausforde- rung stehen, Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Die internationale Perspektive ermöglicht es, sowohl länderspezifische Besonderheiten als auch strukturelle Gemeinsamkeiten zu identifizieren.