Abstract
Wälder und Wiesen im alpinen Raum sind häufig Gemeinnutzungsgüter, das heißt gemeinsamer und unteilbarer Besitz, der von den Mitgliedern einer Gemeinschaft kollektiv genutzt wird. In den Worten von Paolo Grossi, ehemaliger Präsident des italienischen Verfassungsgerichts, handelt es sich um „eine andere Art von Besitz“, weder öffentlich noch privat. In Südtirol sind rund 40 Prozent der Wälder Gemeinschaftsflächen. Teils werden die Rechte an diesen Gütern von wenigen Familien weitervererbt, teils gehören sie allen Bewohnern und Bewohnerinnen einer Fraktion gemeinsam. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten „Asbuc“ (Amministrazione separata dei beni frazionali di uso civico), die Verwaltungskomitees für die bürgerlichen Nutzungsrechte, im Trentino „Asuc“. Die Gremien haben die Aufsicht über die Güter und regeln, wie und wann sie genutzt werden dürfen. Robert Brugger ist Vorsitzender des Asuc Rover Carbonare. Das Gremium verwaltet 150 Hektar Wald und Weiden, die zu zwei Dritteln in Südtirol liegen.