Abstract
In einer qualitativen Studie zur Qualität von Ganztagsbildung (Seitz/Berti/Hamacher 2023) wurden mit der Dokumentarischen Methode (Bohnsack 2017) die Orientierungen und das Erfahrungswissen von 20 Kindern auf Ganztagsbildung rekonstruiert. Unsere Analysen führen zu den Annahmen, dass Kinder dem Spiel eine spezifische Bedeutung beimessen und spielbezogene Erfahrungen sowohl in Aktivitäten, die typischerweise für die formale Bildung stehen (wie Unterricht), als auch in anderen, die zumeist der non-formalen sowie informellen Bildung zugeordnet werden, suchen und hier aktiv Handlungsräume ausgestalten. Im Beitrag diskutieren wir von diesen Überlegungen ausgehend Orientierungen der Kinder in Bezug auf Spiel und verbinden hiermit kritische Anfragen an das Konzept „kindgerechter“ Ganztagsbildung.