Abstract
Das Leben in einer Demokratie mit all seinen Facetten wie Meinungs- oder Reisefreiheit ist für Jugendliche, die im heutigen vereinten Deutschland aufgewachsen sind, eine Selbstverständlichkeit – sich jedoch vorstellen zu können, was Alltag für die Menschen in Ostdeutschland zur Zeit der deutsch-deutschen Teilung bedeutete, ist eine große Herausforderung. Literarische Erzählungen in Texten und Bildern sowie der institutionelle Kontext des Deutschunterrichts bieten Anlässe und Räume für ein gemeinsames Erinnern. Der vorliegende Beitrag fragt vor dem Hintergrund der Lernpotentiale in Transformationsprozessen zwischen Bildern und Sprache nach Möglichkeiten der Verbindung von kommunikativem und kulturellem Gedächtnis in Gesprächen über Literatur. Dazu werden das gemeinsame Vorlesen und Betrachten grafisch erzählender Geschichten unter Schulkindern zu einem zeitgeschichtlichen Thema untersucht. Zunächst wird ein Einblick in den theoretischen Hintergrund und den Forschungsstand gegeben (Abschnitt 1). Anschließend werden die Rezeptionsherausforderungen der zeitgeschichtlichen Graphic Novel drüben! von Simon Schwartz herausgearbeitet (Abschnitt 2). Im Zentrum des Beitrags stehen dann empirische Analysen von Vorlesegesprächen unter Schülerinnen und Schülern. (Abschnitt 3). Abgeschlossen wird der Beitrag mit einem Resümee (Abschnitt 4).