Abstract
Ziel dieses Artikel ist es, den Wissensstand von Lehrkräften an deutschsprachigen Grundschulen in Südtirol hinsichtlich der Thematik Stifthaltung darzustellen. Nach einer Studie von Graham et al.(2008) sind 41% von 169 Lehrpersonen davon überzeugt, dass "falsche" Griffmuster Schwierigkeiten im gesamten Prozess des Schreibens mit der Hand bringen. Vier von fünf Lehrkräften geben zudem den dynamischen Dreipunktgriff als optimales Griffmuster reifer Stifthaltungen an (Dennis & Swinth, 2001). Fakt ist aber, dass auch andere Griffmuster, z. B. der laterale Dreipunktgriff, der laterale Vierfingergriff und der dynamische Vierfingergriff, als reif, dynamisch und folglich funktional zu definieren und zu
klassifizieren sind (Schwellnus et al., 2012). Des Weiteren haben Schwellnus (2012) und Udo et al.(2000) in Untersuchungen zeigen können, dass Stifthaltung weder die Leserlichkeit noch das Schreibtempo bedingen.
Somit galt es anhand einer Befragung von Lehrpersonen an deutschsprachigen Grundschulen in Südtirol festzustellen: a) inwieweit der Südtiroler Lehrkörper des Primarstufenbereiches zwischen den unterschiedlichen Stifthaltungen in Bezug auf unreife und reife Griffmuster differenzieren kann und b) ob eine für das Schreiben angemessene, also reife Stifthaltung laut Lehrkräfte die Leserlichkeit eines Schreibproduktes und das Schreibtempo bedingen.