Abstract
Das Spannungsverhältnis zwischen den drei im Titel dieses Bandes genannten Begriffen Wissenschaftskommunikation, Utopien und Technikzukünfte soll ein Forschungsfeld umreißen, das sich in der Tat ‚zwischen‘ den damit bezeichneten Bereichen befindet. Mit Wissenschaftskommunikation, in den verschiedenen möglichen Verständnissen dieses Ausdrucks, befassen sich Forscher verschiedenerDisziplinen mit unterschiedlichsten Fragestellungen, aber seltener beziehen sie dabei Utopien, also fiktionale Gestaltungen mit ein und auch der spezielle Fokus auf die Kommunikation von Technikzukünften ist nicht selbstverständlich. Mit fiktionalen Gestaltungen utopischen Charakters in unterschiedlichen Medien wiederum befassen sich Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaftler, zuweilen auch Historiker, aber weniger in der Perspektive, dass es sich hierbei um eine Form von Wissenschaftskommunikation handeln könnte. Diejenigen schließlich, die sich etwa im Kontext von Technikfolgenabschätzung oder Science & Technology Studies mit Technikzukünften beschäftigen, beziehen dabei kaum Fiktionen ein, die eher dem Unterhaltungsbereich zuzuordnen sind, aber ebenfalls technisch geprägte Zukünfte entwerfen. Im Raum zwischen diesen disziplinär und durch das jeweilige Gegenstandsverständnis geprägten Perspektiven liegt die Forschungslücke, der sich dieser Sammelband zuwendet.