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Einflussfaktoren bei der Terminologiearbeit im Recht
Book chapter   Peer reviewed

Einflussfaktoren bei der Terminologiearbeit im Recht

Beyond Terminology. A Tribute to Gerhard Budin, pp.95-110
Narr Francke Attempto
2026
Handle:
https://hdl.handle.net/10863/54335

Abstract

legal terminology terminology work users variety
Viele Aspekte, die es bei der Terminologiearbeit und der Erstellung von Terminologiedatenbanken zu berücksichtigen gilt, hängen von den behandelten Fachgebieten, von den Nutzergruppen und vom Zweck einer Terminologiesammlung ab. Dazu gehören die Auswahl der Informationen und der entsprechenden Datenkategorien sowie die gewünschten Funktionen und Nutzerinterfaces. Terminologiearbeit im Fachbereich Recht bietet besondere Herausforderungen. Jedes Rechtssystem hat eigene Begriffs- und Wissensstrukturen, die durch historische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen beeinflusst werden. Die daraus resultierende Rechtsterminologie ist systemgebunden und gehört zugleich einem Sprach- und Rechtssystem an. Vollständige begriffliche Äquivalenz zwischen Rechtsbegriffen aus unterschiedlichen Rechtssystemen ist deshalb eher selten anzutreffen, sodass bei der Terminologiearbeit mit mehreren Rechtssystemen das Prinzip der Äquivalenz zwangsläufig relativiert werden muss. Innerhalb plurizentrischer Sprachen, wie Deutsch, gibt es außerdem unterschiedliche Rechtssprachen: Eine für jedes Rechtssystem, die sie als Rechtssprache verwendet. Der Zweck, dem eine Terminologiedatenbank dient (z. B. Unterstützung mehrsprachiger Rechtssetzung, Translation, Sprachnormung), sowie die Erwartungen der wichtigsten Nutzergruppe(n) beeinflussen ebenfalls die Terminologiearbeit und die Datenbankstruktur. Traditionell werden drei Nutzergruppen für Terminologiedatenbanken im Bereich Recht identifiziert: Sprachmittler:innen, Rechtsfachleute und die breite Öffentlichkeit. Die Arbeit mit Rechtsterminologie erfordert sorgfältige Überlegungen, um den Anforderungen des Fachbereichs gerecht zu werden. Dabei wird die Terminologiearbeit zu einem anwendungsorientierten und praxisbezogenen Forschungsgegenstand. Beispielsweise müssen Sprachvarietäten berücksichtigt werden, wenn eine Sprache in mehr als einem Rechtssystem verwendet wird, und es ist für jedes Rechtssystem eine Definition zu formulieren. Basierend auf unserer Forschungserfahrung stellen wir in unserem Beitrag die Komplexität des Themas dar und erläutern, wie sich die Arbeit mit Rechtssprache konkret auf die Terminologiearbeit nach ISO 704:2022 sowie auf die Datenstruktur und die Funktionen von Terminologiedatenbanken auswirkt.
url
https://www.narr.de/beyond-terminology-1537-1/View

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