Abstract
Im Rahmen einer in der Praxeologischen Wissenssoziologie verwurzelten Dokumentarischen Kindheits- und Kinderperspektivenforschung stehen die kollektiven Erfahrungen und Erlebnisse von Kindern, ihre handlungsleitenden Orientierungen, Praxen und Praktiken sowie die (gesellschaftlichen, organisationalen und interaktionalen) konjunktiven Erfahrungsräume (Bohnsack 2017; Nentwig-Gesemann 2018), in denen diese sich herausbilden und habitualisieren, im Fokus der Analyse empirischen Materials. Im Folgenden werden zunächst vier zentrale methodische Grundprinzipien der Dokumentarischen Methode und ihre methodologische Fundierung dargelegt: die soziogenetische Analyseeinstellung, das Prinzip der komparativen Analyse, die Differenzierung von kommunikativem und konjunktivem Wissen sowie die für (pädagogische) Institutionen bzw. Organisationen kennzeichnende konstituierende Fremdrahmung. Im Anschluss daran werden zunächst die Konturen der Dokumentarischen Kindheitsforschung nachgezeichnet, um schließlich die Dokumentarische Kinderperspektivenforschung als einen ihrer Teilbereiche zu skizzieren und in diesem Zusammenhang abschließend dafür zu plädieren, in der Forschung mit Kindern jeweils präzise zu benennen, was mit Kinderperspektiven überhaupt gemeint bzw. erforscht werden soll.