Abstract
Die pädagogische Arbeit mit Bilderbüchern zeichnet sich durch das Gemeinsame aus: Gemeinsam wird ein Bilderbuch betrachtet und die Bilder sowie der Text bieten Anlässe für ein Gespräch. Dafür stellt man sich meist ein Setting vor, in dem Kinder und Pädagog*innen interagieren, die Haptik des Bilderbuchs spüren und sich auch körperlich nahe sind. Dadurch entsteht eine geteilte soziale und auch räumliche Erfahrung (Mayer 2020).
Wie verändert sich dieses Szenario, wenn statt der vertrauten, gedruckten Bilderbücher digitale Bilderbücher eingesetzt werden? Wie kann eine Lernumgebung gestaltet werden, wenn die Betrachtung des Bilderbuchs mit Hilfe eines Tablets oder einer größeren Projektionsfläche erfolgt? Und wie verändert sich die pädagogische Interaktion, wenn die Bilderbuchbetrachtung in den digitalen Raum verlagert wird? Vor diesem Fragehorizont und dem Hintergrund des Bilderbuchs und seiner Rezeption im Wandel wird ein Lernwerkstattkonzept zu digitalen Bilderbüchern vorgestellt. Anhand von Einblicken in von Studierenden geplante Bildungsaktivitäten werden Herausforderungen literarischer Miniaturen im digitalen Raum aufgezeigt.