Abstract
Der Text versteht sich als eine begriffstheoretische und begriffsgeschichtliche Untersuchung, die von der Idee einer Lebenswelt ausgeht, die in Artefakten, Namen und Objekten gespiegelt wird. Nur in ihrer Gesamtheit, ihrer Zusammenschau kann ein Feld von Gemeinsamkeiten angeordnet werden, das die Komplexität des Wortes "Heimat" darzustellen vermag. Kritisch werden die Begriffe "Repräsentation", "zweite Heimat", "Sehnsuchtsort" und "Nation" untersucht. Eine zweite Analyse zieht als Ansatz die Zeichentheorie hinzu, um nachzuweisen, dass sich der Begriff "Heimat" allerdings nicht mit diesem Methodenwerkzeug fassen lässt, weil er sich keiner Zeichenkategorie eindeutig zuordnen lässt. Wie landwirtschaftliche Werkzeuge als kulturelle Artefakte zu Zeichen und Zeugen des begriffes werden, wird am Beispiel von Fotografien eines Heimatmuseums gezeigt. Dem Verfall und vergessen von Kulturgut gilt ein weiteres Kapitel, in dessen Zusammenhang in einem Exkurs darüber spekuliert wird, ob auch eine immaterielle Datenwelt wie das Internet zur neuen Heimat der surfenden Nomaden werden könnte.