Abstract
Der Beitrag geht der Frage nach, wie Universitäten mit dem aktuellen Trend zur Internationalisierung umgehen. Mit einem systemischen Ansatz werden Formen von Mehrsprachigkeit im universitären Alltag analysiert. Es kommen auch die Auswirkungen auf die Rekrutierung von Studierenden, des akademischen und administrativen Personals zur Sprache.
Die Diskussion ist gestütz auf die Resultate vergleichender Analysen mehrsprachiger Universitäten, wie sie im EU-Project DYLAN durchgeführt worden sind. Im Beitrag werden Beispiele diskutiert, die an der Freien Universität Bozen (= unibz) erhoben wurden. An der unibz werden neben den Ortssprachen Deutsch und Italienisch auch Englisch und die Minderheitensprache Ladinisch integriert (in einer Art universitärem CLIL). Im Beitrag wird die Handhabung von mehrsprachigen Repertoires in Interaktionen dargestellt (in Seminaren, am Bibliotheksschalter etc.) und dabei herausgearbeitet, wie mit den verschieden gearteten Repertoires - zu denen der Südtiroler Dialekt einen nicht unwesentlichen Teil beiträgt - handlungspraktisch umgegangen wird. Die Prinzipen OLAT und ALAT werden dargestellt und die mögliche Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Hochschulen diskutiert.