Abstract
Kulturen erschließen dem Menschen die Welt und sorgen gleichzeitig dafür, dass er zu einem Individuum wird. Dies erfolgt keineswegs nur kognitiv, sondern auch affektiv. Das menschliche Weltverhältnis und das menschliche Zusammenleben sind damit von vorne herein als etwas Eingefärbtes und Temperiertes zu begreifen. Der Frage, wie Rationalität und Emotionalität zueinander stehen, soll in diesem Beitrag ausgehend von kulturanthropologischen und kulturtheoretischen Überlegungen nachgegangen werden. Im Besonderen zielen diese darauf, zu untersuchen, was passiert, wenn "es kritisch wird", wenn nämlich Fragen, wie die Welt beschaffen sei und wie richtig mit ihr umzugehen ist, nicht nur in einem kognitiven, sondern auch in einem affektiven Sinne unterschiedlich beantwortet werden.