Abstract
In ihrer medialen Sozialisation begegnen Kinder schon früh grafisch erzählten Geschichten (in analoger und digitaler Form). Sie eignen sie sich im sozialen Kontext an und wachsen in eine Kultur des Sehens und Erzählens hinein. Die Rezeption stellt die Heranwachsenden jedoch vor spezifische narrative und symbolische Herausforderungen. Mit Kindern über grafisch erzählte Geschichten ins Gespräch zu kommen, sie zum Zeichnen und Schreiben anzuregen, sind verschiedene Möglichkeiten, an die mediale Vielfalt kindlicher Rezeptionserfahrungen anzuknüpfen und Transformationsprozesse zwischen Bildern und Sprache anzuregen. Um diese Verbindung zwischen visual literacy und Sprachbildung (Dehn 2014) am Erwerbsprozess orientiert zu rekonstruieren, werden Aneignungen grafischer Erzählungen im Rahmen gemeinsamer Rezeptionssituationen in der Grundschule untersucht. Der Beitrag fokussiert beispielhaft key incidents (Kroon / Sturm 2002) aus Kindertexten und -zeichnungen im Anschluss an ein Bilderbuchkinogespräch zu Ivan Pommauxs Detektiv John Chatterton (2005).