Abstract
Fusionen und Akquisitionen (M&As) sind keineswegs neuere Phänomene der Unternehmenspraxis. Tatsächlich ist das erste gehäufte Auftreten von M&As gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen und führte bis heute zu sechs M&AWellen (Menz 2007, S. 27 ff.). Verändert hat sich im Laufe der Zeit das Kräfteverhältnis zwischen den beteiligten Wirtschaftsräumen. So betrug der Anteil der EUund NAFTA-Staaten an allen weltweit durchgeführten Transaktionen im Jahr 2000 noch 83 %, während es im ersten Halbjahr 2008 nur noch 60 % waren. Im Gegensatz dazu konnte bei den ASEAN-Staaten zuzüglich China, Japan und Südkorea (ASEAN+3) im selben Zeitraum ein Anstieg um drei Prozentpunkte auf nunmehr 13 % beobachtet werden (Grimpe 2008, S. 2). Dies zeigt die zunehmende geographische Verschiebung bei M&As. Damit steigt auch das Interesse an der Betrachtung weiterer Kulturen, die im Wirtschaftsleben wichtig werden. Die Beachtung kultureller Besonderheiten von M&A-Partnern wird auch deshalb wichtiger, weil im Vergleich zu nationalen M&As internationale Fusionen und Akquisitionen an Bedeutung gewinnen (Greenberg et al. 2005, S. 55). Die Berührung mit fremden institutionellen Rahmenbedingungen kann eine Fusion oder Akquisition erschweren, da die gesamte Transaktion an Komplexität gewinnt und sich daraus eine doppelte Akkulturationsproblematik, resultierend aus Unternehmens- und Landeskultur, ergeben kann (Barkema et al. 1996, S. 151).