Abstract
Die durch institutionelle Dreisprachigkeit (Deutsch, Italienisch, Ladinisch) und Diglossie gekennzeichnete Region Südtirol hat in den letzten Jahrzehnten durch (Trans)Migration eine Erweiterung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit erfahren. Die Forschungs- und Schulungsinitiative für Grundschullehrpersonen COMPASS (Didaktische Kompetenzen in der mehrsprachigen Klasse) setzt sich zum Ziel, den inklusiven Umgang mit Mehrsprachigkeit, die Wertschätzung und Aktivierung aller im Klassenzimmer und in der Schulgemeinschaft vorhandenen Sprachen sowie die Nutzung der gesamten sprachlichen Repertoires für den Lernprozess Einzelner auch im Deutschunterricht zu fördern. Dieser Beitrag beschreibt den Kontext und die theoretische Grundlage der COMPASS-Initiative. Anhand erster Daten soll außerdem die Entwicklung von Haltungen und Einstellungen von 20 Lehrpersonen einer der teilnehmenden Schulen im Verlauf des ersten Lehrgangsjahres aufgezeigt werden, da diese eine entscheidende Rolle in der Entwicklung neuer und mehrsprachiger Unterrichtspraxen spielen.