Abstract
Grenzräume sind politisch-administrative und soziokulturelle Schnittstellen und ihre GrenzgängerInnen gestalten durch ihre sozialen Praktiken einen grenzübergreifenden Raum. Diese Dynamik der Konstruktion von grenzüberschreitenden Räumen und der Dekonstruktion von Grenzen ist Gegenstand des multidisziplinären Bereichs der Border Studies, dem die Politikwissenschaft als wichtige Disziplin angehört. Der Beitrag geht auf die Begriffe Grenze, Grenzregion und Grenzraumforschung ein und zeigt jüngste empirische Daten sowie den Stand der Forschung zum Grenzraum Tirol-Südtirol-Trentino auf. Er tut dies mit Bezug auf die wissenschaftliche Leistung von Günther Pallaver, dessen Forschung zum besagten Grenzraum über „klassische“ Institutionalisierungsfragen hinaus akteurs- und politikfeldbezogen politische Systeme und soziale Praktiken untersucht und so eine Forschungslücke im Bereich der Border Studies schließt.