Abstract
Der Pflichtgegenstand Bewegung und Sport hat eine lange Tradition und zeichnet sich durch eine große Spannweite an unterschiedlichen Sinnbezügen aus. Abseits der tradierten und normierten Vermittlung von Bewegungsfertigkeiten, die sich eng am außerschulischen Sporttreiben orientiert, fokussiert der Pflichtgegenstand Bewegung und Sport zunehmend auch eine ästhetische Bildung und Erziehung. In unterschiedlichen Zugängen sollen die Lernenden bewegungs- und sportbezogene Kompetenzen entwickeln und eine lebenslange Motivation und Teilhabe am Bewegungs- und Sporttreiben erlangen. Dabei werden die verschiedenen Zugänge zumeist unverbunden in den Diskurs eingeführt. Dies scheint insbesondere für die Bildungs- und die Kompetenzansprüche im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport zu gelten. An dieser Stelle setzt der vorliegende Beitrag an und stellt eine integrative Betrachtung zur Diskussion. Dazu werden im ersten Teil des Beitrages bildungstheoretische Perspektiven dargestellt, indem die leiblich-ästhetischen Selbstbezüge der Bewegung diskutiert werden. Dabei steht die Bewegung als selbstorganisierte und resonante Selbstbewegung im Fokus. Der zweite Teil des Beitrages beschreibt den aktuellen Kompetenzanspruch an den Pflichtgegenstand Bewegung und Sport in der Primarstufe. Im dritten Teil des Beitrages werden eine integrative Betrachtung skizziert und die Möglichkeiten zwischen Bildungsanspruch und Kompetenzorientierung vorgestellt.