Abstract
In Zusammenhang mit Schriftkompetenz setzt sich immer mehr der Begriff Literacy1 durch. Damit soll an dieser Stelle die Teilhabe an der Buch-, Schrift- und Erzählkultur gemeint sein. Mehrere Wirksamkeitsvergleiche (z.B. de Jong & Lesemann 2001; Bus et al 1995) belegen ihre immense Bedeutung für den Schriftspracherwerb. Und anders als isolierte Teilleistungstrainings (z.B. zur phonologischen Bewusstheit) sind diese Effekte nicht nur kurzfristig und bereichsspezifisch auf das Trainierte begrenzt, sondern bieten langfristige Vorteile beim Transfer auf das Lesen und Schreiben (z.B. Bus & Ijzendoorn 1999). In einer aktuellen Vergleichsstudie zu Effekten vorschulischer Förderprogramme findet beispielsweise Lenel (2005) die nachhaltigsten Effekte in einem vorschulischen Programm, das die Erfahrungen mit Schrift in den Mittelpunkt der pädagogischen Förderung rückt. Allerdings sammeln Kinder im Laufe ihrer Entwicklung stark unterschiedliche Schrifterfahrungen. Gerade, weil diesen Erfahrungen eine hohe Bedeutung für die Ausbildung der Lese- und Schreibkompetenzen zukommt, ist es von Interesse, sie bereits im Übergang vom Elementar- und Primarbereich einschätzen zu können.