Abstract
Die europäische bzw. die internationale Dimension war für die Soziale Arbeit schon von Anfang an von groβer Bedeutung, sowohl in theoretischer als auch in professioneller Hinsicht. Man könnte sagen, dass ohne Internationalisierung sich die Soziale Arbeit weder zu einer anerkannten wissenschaftlichen Tätigkeit, noch zu einer Profession hätte entwickeln können. Dies war vor allem während der Zeit der Etablierung von Studiengängen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Europa aktuell, als zumindest die treibenden Kräfte in dieser Bewegung die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit erkannten und in einer Serie von entsprechenden Kongressen und in der Gründung internationaler Organisationen zur Förderung sozialer Innovationen zum Ausdruck brachten. Das Werk, das diese erste Phase auf einen Höhepunkt brachte, die umfassende Studie aller Bildungseinrichtungen der Sozialen Arbeit weltweit von Alice Salomon (1937), verfehlte aber aufgrund der von Hitlerdeutschland ausgehenden nationalistischen Anfeindung und persönlichen Verfolgung führender Vertreterinnen der Sozialen Arbeit seine Wirkung. Diese Phase war von Respekt gegenüber der existierenden Vielfalt und den unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Entwicklungstempi der Sozialen Arbeit in den entsprechenden Ländern gekennzeichnet, gleichzeitig aber vom Willen, aus dieser Vielfalt ein gemeinsames Projekt zu gestalten.