Abstract
Hinter der Fassade des Klarheit suggerierenden Begriffs Corporate Governance präsentiert sich ein interessengeladenes, breites Spektrum teilweise vollkommen unterschiedlicher Konzepte, Arbeiten, Meinungen und Vorstellungen zur Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Mehr noch als das von einigen Autoren beklagte Fehlen einheitlicher Begriffsfestlegungen führt die Dominanz sin-gulärer Denkrichtungen in Verbindung mit einem auffallend geringen Hinterfragen zugrunde liegender Annahmen zu einer hochgradigen Einengung des Gesichts- bzw. Denkfeldes. Der Beitrag widmet sich daher der systematischen, ideologiefreien aber kritischen Darstellung unterschiedlicher Konzepte der Corporate Governance sowie dem Nachweis des Trugbildes einer allgemein verwendbaren, optimalen Corporate Governance. Ausgehend von einer Ineffizienzv er mutung der derzeit vor allem auf Druck des Kapitalmarktes eingeführten Corporate Governance Gesetze, Regeln und Grundsätze und aufbauend auf unterschiedlichen Organisations- und Verhaltenstheorien wird der Primat der Macht- und Gestaltungsvielfalt sowie des Nonkonformismus als ökonomisch vorteilhaft präsentiert.