Abstract
Unternehmens- und Managementberatungen haben sich zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig entwickelt, der sich — trotz jüngster Rückschläge — durch anhaltend hohe Wachstumsraten und Renditen auszeichnet, die eine ungebrochene Nachfrage nach solchen Dienstleistungen widerspiegelt. Jedoch zeichnen Kritiker unterschiedlicher Provenienz oft ein ausgesprochen negatives Bild der Beratung, Beratungsleistung sowie der Berater gezeichnet. Eine systematische Erklärung des offensichtlichen bzw. vordergründigen Widerspruchs fehlt. Die wenigen wirtschaftswissenschaftlich orientierten Antwortversuche können auf Grund ihrer vielfach anekdotischen Herangehensweise oder einseitigen Erklärungsperspektiven nicht überzeugen. Ziel unseres Beitrags ist die konzeptionelle Zusammenführung unterschiedlicher Erklärungsansätze zur ökonomischen Relevanz von Unternehmensberatungen. Dazu werden zunächst die wichtigsten Arbeiten auf diesem Gebiet erfasst und systematisiert und vorhandene Defizite herausgestellt. Im zweiten Schritt entwickeln wir auf Basis unterschiedlicher organisationstheoretischer Perspektiven ein Konzept, das bisherige Erklärungen einordnen und neue Einsichten sowie zukünftige Forschungsfelder aufzeigen kann.