Abstract
Die vorliegende Publikation basiert auf der Dissertation der Verfasserin, die im November 2015 an der Kunstuniversität Graz verteidigt wurde. Die Arbeit stellt die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes vor, das im Jahr 2008 an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen ins Leben gerufen wurde. Das Projekt setzte sich zum Ziel, die liturgischen Musikhandschriften in den Archiven und Bibliotheken der Provinz Bozen zu erfassen und zu beschreiben. Dieses kulturelle Erbe ist nämlich aus historischer und musikwissenschaftlicher Sicht von größter Bedeutung, wurde aber bisher noch kaum erforscht. Die liturgischen Musikhandschriften im Südtiroler Raum waren vor Beginn dieses Projektes noch nicht systematisch erfasst und untersucht worden und sind daher in der wissenschaftlichen Literatur bis dato kaum behandelt.Den umfassendsten Teil der vorliegenden Arbeit bildet der Katalog mit Beschreibungen der liturgisch-musikalischen Handschriften, die in den zwei größten Zentren der Provinz Bozen verwahrt werden: Bozen und Brixen. Bereits zu Beginn der Studie, als es um die Aushebung und direkte Untersuchung der Buchbestände vor Ort ging, konnten 101 liturgische Musikhandschriften ausgemacht und beschrieben werden, davon 50 aus dem Kloster Muri-Gries, die noch keine Signatur trugen und der musik-wissenschaftlichen Forschung gänzlich unbekannt waren.