Abstract
Photovoltaik ist dazu bestimmt, die wirtschaftlichste Form der Stromerzeugung zu werden. Die Kosten für die Produktion von Strom aus Photovoltaikanlagen, auch Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity-LCOE) genannt, sind bereits in vielen Marktbereichen (Wohnbau, Handel oder Gewerbe) gleich hoch wie die Endabnehmerpreise. Die kostenmäßige Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaikanlagen und vor allem das Prinzip der „Netzparität“ (grid parity) sind jedoch nicht immer eindeutig definiert. Die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik stützt sich vor allem auf das Prinzip des Eigenverbrauchs, womit die Energiemenge gemeint ist, die das Photovoltaiksystem erzeugt und direkt vor Ort vom Abnehmer verbraucht wird. Ein Teil des Photovoltaikstromes wird somit lokal verbraucht; dies führt zu einer direkten Ersparnis auf der Stromrechnung. Der überschüssige Strom wird hingegen in das Netz gespeist und mit einem Wert versehen. Der eigentliche Schlüssel der Wettbewerbsfähigkeit der Prosumer ist jedoch der Prozentsatz des Eigenverbrauchs, der je nach betrachtetem Marktsegment unterschiedlich bewertet werden kann.
Im Allgemeinen wird der eigenverbrauchte Strom auf der Grundlage des variablen Verkaufspreises (Endabnehmerpreis) bewertet; die überschüssige Produktion wird hingegen zum Strompreis für Großkunden oder zu einem Teil desselben bewertet. Die grid parity, das heißt die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaikanlagen bei Eigenverbrauch, wurde bereits in vielen europäischen Ländern erreicht, Italien inbegriffen. Die Strompreise für die Endabnehmer, die zunächst durch die Post-Corona-Krise und anschließend durch den Kriegsausbruch in der Ukraine ein starkes Ungleichgewicht im Verhältnis Angebot/Nachfrage erfahren hatten, sind vor allem durch bedeutsame Erhöhungen geprägt; daher ist es nun umso wichtiger, sich mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach auszustatten, um die Energiekosten zu reduzieren und starke Preisschwankungen im Energiebereich abzufedern.