Abstract
Sprache ist ein mächtiges Instrument und kann zur politischen Waffe werden. Über den gezielten Einsatz rhetorischer Strategien zur Verbreitung von Fehlinformationen über den Klimawandel - und wie sich diese durchschauen lassen.
Der Mensch hat keinen Einfluss auf das globale Klima - und der Klimawandel existiert nicht. Dass das nicht stimmt, darüber ist sich die expert*innengeprüfte wissenschaftliche Literatur zu 99 Prozent einig. Nach wie vor gibt es aber immer noch Personen und Parteien, die den aktuellen Wissensstand und Konsens zum Klimawandel leugnen. Dabei handelt es sich aber keineswegs nur um Aluhut-Träger oder „Flat Earthers“, die sich nichts aus Wissenschaft machen und sich eher am gesellschaftlichen Rand bewegen. Das Leugnen des menschgemachten Klimawandels ist salonfähig geworden: Klimawandelleugner*innen sitzen mittlerweile in vielen Parlamenten und Regierungen Europas. Auffallend ist, dass sich besonders am rechten Rand des politischen Spektrums Weltanschauungen konzentrieren, die auf die ein oder andere Weise gegen Klimaschutz mobilisieren. Dabei finden sich teilweise sehr kreative Argumente, und in diesem Blogbeitrag möchte ich einige rhetorische Strategien erörtern und einen Einblick geben, wie populistische Kommunikation zum Klimawandel geht. Ziel ist es, den Leser*innen Werkzeuge in die Hand zu geben, um sowohl explizite Klimaleugnung als auch subtile Strategien der Klimaskepzis zu erkennen und einzuordnen.