Abstract
Die “Erinnerungen eines Insektenforschers” des französischen Entomologen sind nun zum ersten Mal vollständig übersetzt. Ein Plädoyer, gerade jetzt den großen Naturbeobachter zu lesen. Der französische Entomologe Jean-Henri Fabre (1823-1915) war ein unermüdlicher Insektenbeobachter. Seine kreativen Experimente in der Provence, um die Instinkte von Gottesanbeterin, Feldskorpion und Wespen zu verstehen, beschrieb er in hinreißenden wissenschaftlichen Essays. Inspirationsquelle für zahlreiche Dichter und Denker, wurde Fabre 1904 für seine “Erinnerungen eines Insektenforschers” (Souvenirs Entomologiques) für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. In viele Sprachen übersetzt, wurde kürzlich der letzte, zehnte Band seiner Erinnerungen veröffentlicht. Damit liegt zum ersten Mal auf Deutsch sein 4.000-seitiges Hauptwerk vollständig vor. Die aktuellen und wiederholt erdrückenden Nachrichten über den Insektenschwund machen sein Werk aktueller denn je. Es ist eine zutiefst menschliche Lektüre, die unsere Wahrnehmung von und Einstellung zu Kerbtieren und Spinnen prägen kann. Denn viele Wissenschaftler sind sich einig: Die wahre Gefährdung für die Menschheit ist das Insektensterben auf den Fluren.