Abstract
Von seiner kulturhistorischen Entwicklung her ist das Berggebiet eng mit der Viehwirtschaft verbunden. Aufgrund der kurzen Vegetationsperiode, den niedrigen Durchschnittstemperaturen, den kargen Böden und den schwierigen naturräumlichen Rahmenbedingungen gibt es im Berggebiet kaum Alternativen zur Grünlandwirtschaft kombiniert mit Tierhaltung. Als Berglandwirt zu bestehen und den Hof erfolgreich zu führen, ist kein „Business as usual“. Starrsinn, Hartnäckigkeit, Stolz und Traditionsbewusstsein werden eng mit dem Bauernstand insbesondere im Berggebiet verknüpft. Auch wenn diese Eigenheiten als unablässig für Fortbestand des Bauernstandes in den Ungunstlagen der Berge gelten, sind es oft genau diese, die einem Zugang zu innovativen und komplementären Lösungen entgegenstehen. Strukturelle Veränderungen werden abgelehnt. Die Schuld für Missstände wird dem Fehlverhalten anderer Akteure entlang der Wertschöpfungskette oder dem Unvermögen politischer Akteure zugeschrieben.
Mit diesen Themenvorgaben hat das erste Symposium zur Viehwirtschaft im Berggebiet, das die Freie Universität Bozen in Kooperation mit dem Eurac Research Institut für Regionalentwicklung, der Universität Padua und FIBL Schweiz ins ausgerichtet hat, einen optimalen Nährboden vorgefunden.