Abstract
Kognitive Aktivierung kann als explizite Intention der Sportlehrkraft definiert werden, im Sportunterricht eine unterstützende kognitive Aktivität auszulösen (Niederkofler & Amesberger, 2016). Für das fachspezifische Lernen (z. B. Aufbau von Handlungsrepräsentationen) wird dabei ein Wechsel von kognitiver und motorischer Aktivität angenommen, der im Unterricht von der kognitiven Aktivierung durch die Sportlehrkraft begleitet wird. In diesem Rahmen stellt der Beitrag die Frage, welchen Zusammenhang die kognitive Aktivierung sowie die aufgabenbezogene kognitive Aktivität mit der Entscheidung von Schülern für bzw. gegen die Ausführung einer Aufgabe haben.
Es wurden 40 Klassen der siebten bis neunten Schulstufe mit N = 634 Schülern (M = 13.9 Jahre, SD = 1.1) und deren Lehrkräfte (M = 45.9 Jahre, SD = 10.5) untersucht. Der Fragebogen für Lehrkräfte bezog sich auf die Intention zur Kalkulations- und Planungshilfe (7 Items, α = .82) und zur Interpretationshilfe (6 Items, α = .67). Die Schüler wurden zur Kalkulation und Planung (7 Items, α = .82), zur wahrgenommenen Kalkulations- und Planungshilfe (5 Items, α = .83) sowie Interpretationshilfe (5 Items, α = .85) befragt. Zudem tätigten sie Aussagen zur Handlungs- (4 Items, α = .74) und Lageorientierung (4 Items, α = .78) bei Aufgaben im Sportunterricht (in Anlehnung an Kuhl, 2001). Die Berechnungen wurden im Programm HLM (Hierarchical Linear Modelling) für Handlungs- und Lageorientierung durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigten bedeutsame Zusammenhänge der aufgabenbezogenen kognitiven Aktivität mit der Handlungs- (z. B. Kalkulation und Planung, β =.41, p < .01) und Lageorientierung (wahrgenommene Kalkulations- und Planungshilfe, β =.11, p = .02). Jedoch ließ sich kein Zusammenhang mit der Intention von Sportlehrkräften auffinden. Weitere Ergebnisse und Erklärungsmöglichkeiten werden präsentiert.