Abstract
In jüngerer Zeit wird diagnostischen Urteilen von Lehrkräften verstärkt Bedeutung beigemessen. Es wird angenommen, dass dem Bewegungsverhalten von Lernenden motorische Basiskompetenzen zugrunde liegen. Diese können als Voraussetzung für eine gelungene Teilhabe am Sportunterricht sowie an der außerschulischen Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur gesehen werden (MOBAK, Herrmann, Gerlach, & Seelig, 2016). Überdies sind motorische Basiskompetenzen Grundlage weiterer Lernprozesse im Sportunterricht. Die Möglichkeit und Fähigkeit, motorische Basiskompetenzen angemessen zu diagnostizieren, kann somit wiederum eine Voraussetzung für erfolgreiche und lernwirksame Aufgabenstellungen im Sportunterricht sein, die Lernenden eine optimale Teilhabe am Unterrichtsgeschehen ermöglicht und kognitive Handlungsrepräsentationen aktiviert (Niederkofler & Amesberger, 2016). Entsprechend müssen Lehrkräfte für ein diagnostisches Urteil motorische, emotionale und wissentliche Repräsentationen von Lernenden berücksichtigen.