Abstract
Das Forschungsprojekt befasst sich mit den Themen kommunale Gesundheitsförderung und Gesundheitliche Chancengerechtigkeit unter dem Aspekt ,,health in all policies“ im ländlichen Raum. Gesundheitschancen werden dabei als Capabilies/Verwirklichungschancen (nach dem Capability Approach von Sen und Nussbaum) betrachtet. Diese holistische Auseinandersetzung mit dem Begriff Gesundheit und Gesundheitschancen (WHO) führt zur sozialpolitischen Diskussion, inwieweit diese Capabilities in Wohlfahrtsstaaten gerecht verteilt werden müssen. Wird ein Wohlfahrtsstaat dadurch definiert, dass der Staat eine Schlüsselrolle für den Schutz und die Förderung der sozialen, materiellen und kulturellen Wohlfahrt der Bevölkerung einnimmt, so kann eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Gesundheitlichen Chancengerechtigkeit zur gesamtpolitischen Aufgabe werden. Die Erforschung der Methode (Equity) Health Impact Assessments (EHIA) als politische Aktionsstrategie zur Reduzierung Gesundheitlicher Ungleichheit und zur Förderung Gesundheitlicher Chancengerechtigkeit steht im europäischen Raum noch am Beginn. Das Forschungsprojekt basiert auf einem qualitativen Ansatz und verfolgt das Ziel, einen Überblick über den Stand der internationalen Forschung zum Thema (E)HIA zu geben und zu analysieren, inwieweit (E)HIA ein sinnvolles Instrument zur Abschätzung der Wirksamkeit kommunaler Gesundheitsförderung zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheit und zur Förderung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit sein kann. In der Präsentation wird vor allem auf die Planung und den Verlauf des Forschungsprojektes unter besonderer Berücksichtigung partizipativer Gesundheitsforschung (International Collaboration for Participatory Health Research ICPHR) eingegangen. Soziale Aktionsforschung wird als Handlungs- und Forschungsmöglichkeit und als Nahtstelle für Sozial- und Gesundheitswissenschaften gesehen und durch die direkte Einbeziehung der Bevölkerung in das Forschungsprojekt werden neue Möglichkeiten für die Gesundheitsforschung geöffnet. Ziel des zweijährigen partizipativen Sozial- und Gesundheitsforschungsprojektes ist es aufzuzeigen, dass kommunale Gesundheitsförderung einen wichtigen Beitrag für die Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten und zur Förderung gesundheitliche Chancengerechtigkeit im ländlichen Raum bieten kann.