Abstract
Lawinenunfälle haben eine durchschnittliche Mortalität von 25 %. Vier Faktoren sind ausschlaggebend für das Überleben der Opfer: Ausmaß und Dauer der Verschüttung, ein offener Atemweg und die Schwere der erlittenen Verletzungen. Dieser Artikel liefert eine Übersicht über pathophysiologische Aspekte der Lawinenverschüttung sowie die aktuellen Empfehlungen für die präklinische und innerklinische Behandlung von Lawinenopfern. Das European Resuscitation Council ERC hat klare und bindende Empfehlungen für die medizinische Versorgung herausgegeben. ECLS (Extracorporeal Life Support), das heißt die Behandlung von Lawinenopfern mittels aktiv-invasiven Aufwärmmethoden, ist indiziert, wenn die Verschüttungsdauer mehr als 60 Minuten, die Kerntemperatur < 30°, das Kalium < 8mmol/l ist und ein offener Atemweg vorhanden war. Zusätzlich haben die Schwere der Verletzungen und eine gut funktionierende Rettungskette einen gewichtigen Einfluss auf das Überleben der Opfer. Eine Lawinencheckliste wurde entwickelt, um die Entscheidungsfindung prähospital zu vereinfachen und die Übergabe an die klinisch tätigen Teams zu optimieren